Spektakuläres Spiel ohne Sieger

4:4, zwei gelb-rote Karten, zweimal wurde ein Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt - die Zuschauer im Jahnstadion sahen bei der Nachholpartie der Drittvertretung des VfB gegen den bis dato verlustpunktfreien Tabellenführer SV Fortuna III ein spektakuläres Spiel.

 

Der VfB verschlief die Anfangsphase gegen den Spitzenreiter fällig und wurde mit zwei schnellen Tore bestraft. Bei einem Volley-Sonntagsschuss hatte VfB-Schlussmann Sebastian Krotzek keine Abwehrchance, dem 2:0 ging ein klares Foulspiel voraus: nach einem Fortuna-Einwurf ging Jörn Watterodt zum Kopfball hoch, wurde von hinten gestoßen und kam nicht an den Ball. Der Fortune nahm das Leder an und vollstreckte aus fünf Metern. Doch der VfB kam schnell zurück. Denis Bieniek aus der zweiten Mannschaft überlupfte den Fortuna-Schlussmann und verkürzte. Zehn Minuten Später folgte Bienieks zweiter Streich: aus 20 Metern schoss er die Kugel platziert ins untere Eck. So ging es in die Halbzeitpause.

Aus der kam der VfB großem Elan: Matthias Sprenger köpfte zehn Minuten nach Wiederanpfiff den Ball ins verlassene Tor, zwei Minuten später erhöhte erneut Bieniek auf 4:2. Der Schiedsrichter entschied nach Handspiel auf Elfmeter, Bienieck verwandelte den Strafstoß souverän. In der Folge tat sich nicht mehr viel, bis Fortuna ein Geistesblitz gelang: ein viertel Stunde vor Schluss passte ein Steilpass genau durch die Abwehrkette - das 3:4. Im Anschluss stand dann der Schiedsrichter - wie häufiger an diesem Tage - im Mittelpunkt. Erneut Bieniek lief allein auf das Fortuna-Gehäuse zu, bekam bei seinem Heberversuch einen Stoß in den Rüclen - der Heber landete so hinter dem Tor, der Unparteiische entschied auf Weiterspielen. Anders im zweiten Fall: Bartek Kaworek, zweite Leihgabe im dezimierten Kader der Dritten - wollte einwerfen, ließ auf den Hinweis eines Mitspielers, dass der Außenverteidiger immer einwirft den Ball liegen - und kassiert wegen Zeitspiels gelb-rot. Für Fortuna war das das Zeichen alles nach vorne zu werfen und tatsächlich sollte noch der Ausgleich gelingen. Drei Minuten vor Schluss rauschte eine Flanke an Freund und Feind vorbei - bis auf den letzten Mann am zweiten Pfosten, der aus kurzer Distanz einköpfte zum 4:4-Endstand. Die gelb-rote Karte für Fortuna in der Schlussminute hatte keine Auswirkungen mehr. "Letztlich ist das Ergebnis so schon okay, weil Fortuna hier auch ein ganz starkes Spiel geliefert hat", bilanzierte Trainer Björn Schnieder, der nach Spielschluss noch lange mit seinem Gegenüber Jürgen Skoda über den Schiedsrichter diskutierte. "Ich bin das Thema selbst leid, aber es stellt sich leider jede Woche. Heute war es für beide Mannschaften grenzwertig. Mit elf Mann gewinnen wir das Spiel, davon bin ich überzeugt. Aber auch Fortuna hätte in den letzten fünf Minuten bei 3:4 einen Elfmeter bekommen müssen", so Schnieder, der sich aber weniger über die Bewertung dieser strittigen Entscheidungen aufregte. "Natürlich verlange ich vom Schiri bei dem Einwurf, das er den Spieler zumindest einmal ermahnt, bevor er ihn runterstellt. Aber das ist im Spiel manchmal schwierig, ich durfte letzte Woche ja selbst die Erfahrung machen als Schiedsrichter. Aber ich kann ein laufendes Spiel nicht wegen Nachtretens unterbrechen, die Tätlichkeit also erkennen und dann gelb zeigen. Oder einen Elfmeter wegen Handspiels geben und dann gar keine Karte zeigen, die dann gelb-rot bedeutet hätte. Das ist für uns Außenstehende schwer nachzuvollziehen", erklärt der Coach, der mit der sportlichen Leistung insgesamt aber zufrieden war. "Fortuna hat bisher 27:3 Tore erzielt und keinen Punkt abgegeben. Wenn man dann nach 15 Minuten 0:2 zurückliegt und so wiederkommt, ist das bärenstark. Daran werden wir anknüpfen."

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