Auszug aus dem Grußwort zum 100jährigen Jubiläum

Der VfB Bottrop feiert ein besonderes Jubiläum. Er wurde am 29. Juni 2000 100 Jahre alt. Hundert Jahre - eine lange Zeit - aus der der Kolumnist einer Vereinszeitung Höhen und Tiefen, Erfolge und Misserfolge, übergroße Freude und tiefe Trauer als wesentliche Bestandteile in seine Berichterstattung einfügen kann. Alles beim Fußball dreht sich dabei doch nur um 22 Spieler, dazu den Schiedsrichter, der für den reibungslosen Ablauf des Spiels sorgen soll und ein rundes Stück Leder, auch Fußball genannt.

Ist das Phänomen Fußball so interessant und so volksnah, weil es wirklich als Spiel- und Sportart einfach in seiner Auslebung ist. Der Ball muss in ein Tor geschossen werden. Im Erfolgsfall löst das dann Freudentänze, im umgekehrten Fall Frust aus. Und da diese beiden Elemente so dicht beisammen liegen, erleben wir immer wieder ein Wechselbad der Gefühle. Und da sage noch einer, Fußball wäre langweilig. Bestimmt nicht!

Anerkennende Worte des Lobes bei Erfolgen, aber auch Aufmunterungen und moralische Unterstützung nach einer Niederlage fördern den Kameradschaftsgeist einer Mannschaft, ein Attribut, das in unserer Zeit ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Wenn wir wieder dahin kommen, dass einer für den anderen da ist, spielt, rackert, arbeitet, dann sind wir auf dem richtigen Weg! Elf Freunde sollt ihr sein, sagte ein großer Fußballtrainer, Respekt vor den Mitspielern haben. Dies sind wichtige Komponenten, die dem Fußball gut tun. Ich bin der Meinung, dass wir beim VfB Bottrop auf dem richtigen Weg sind. Über die Disziplin und die Freude am Fußball sollte sich der Erfolg bald einstellen. Nur, wer täglich danach lebt und sich dabei der gemeinsamen Sache unterordnet, wird letztendlich für die Mannschaft zu einem wertvollen Helfer. Die Stärke des Vereins erkennt man daran, dass sich aktive und passive Mitglieder in seinen Dienst stellen ohne persönlich glänzen zu wollen.


Benedikt Mies
Vorsitzender des VfB Bottrop 1900