Die harten Jahre: 1939 bis 1945

Treue VfBer sorgten für das Überleben des Vereins

 

Als 1939 der Krieg ausbrach, kam der gesamte Spielbetrieb zum Erliegen. Aber nach einigen Wochen fasste der Verband den Entschluss, den Sportbetrieb wieder aufzunehmen. Es wurden Pokalspiele eingeführt, an denen sich alle Mannschaften ohne Klassenunterschied beteiligen konnten.

 

Am 2. Oktober wurde der Spielbetrieb aufgenommen. Der erste Gegner des VfB war Schalke 04. Beide Vereine mussten entsprechend der bis dahin zum Militär abgestellten Spieler ihre Mannschaften umstellen. Trotzdem konnte jeder der damals anwesenden 7.000 Zuschauer mit den gezeigten Leistungen zufrieden sein. Schalke 04 gewann mit 2:0 Toren.

 

Da den Spielen jedoch der nötige Reiz fehlte, entschloss man sich, ab November wieder mit den Meisterschaftsspielen fortzufahren. Nach Einteilung der Vereine in zentralgelegene Gruppen ging es dann Mitte November wieder los. Der VfB spielte gegen die Vereine TuSp Horst, Union Gelsenkirchen, VfB Gelsenkirchen, BV Gelsenkirchen, Spfr. Gladbeck, BV Marl, SpuSp Hüls, SpVgg Erkenschwick, Union Recklinghausen und Buer 07.

 

Da der Verlust an Spielern im ersten Kriegsjahr noch nicht so groß war und sich der VfB durch den Zugang des Gastspielers Balzer vom FV Saarbrücken noch verstärken konnte, schnitt man recht gut ab. Lange Zeit konnte man sich in der Tabellenspitze halten.

Allmählich jedoch zollte man dem Krieg ungewollt Tribut. Mehrere Spieler mussten zum Militär abgegeben werden. So standen bis Weihnachten 1939 27 Aktive mit dem damaligen Vorsitzenden Josef Mennekes unter den Waffen. Zur ersten Kriegsweihnacht war es sogar noch möglich, den VfBern ein kleines Liebesgaben-Paket zu schicken. Große Verdienste um die Betreuung der im Felde stehenden VfBer hat sich der während des Krieges den Verein führende Karl Kloeber erworben. Es gab keinen auf Urlaub weilenden VfBer, den er nicht begrüßt und mit einer kleinen Gabe bedachte, heißt es.

Im Laufe des Krieges wurden auch beim VfB Bottrop die Rehen immer lichter. Einen großen Verlust erlitt man zudem, als der damals beste westdeutsche Torwart, Willi Michels, durch einen Betriebsunfall eine Hand verlor, so dass man um die weitere Durchführung des Spielbetriebes bangen musste. Durch die Einstellung mehrerer Gastspieler aus den Reihen der in der Nähe liegenden Flak konnte man die Mannschaft immer auf einer gewissen Spielstärke halten.

Außerdem kam dem VfB damals die Opfer-bereitschaft alter VfBer zugute, die es nicht scheuten, zu wichtigen Meisterschaftsspielen selbst von Warschau, Holland und Frankreich zu kommen und dem VfB im Kampf um die Punkte zu helfen. Große Verdienste um die Aufrechterhaltung der Spielstärke des VfB hat sich damals der Gastspieler Werner Syring erworben. Nur durch den Einsatz jedes Einzelnen war es möglich, während des gesamten Krieges zu den führenden Mannschaften gezählt zu werden. Ein Höhepunkt im Spielgeschehen des VfB während des Krieges war das Spiel zur Ehrung des Spielers Walter Brandt, welches am 23. Mai 1943 gegen Rot-Weiss Essen ausgetragen wurde. Nach einem Vorspiel der 1. Jugend gegen die gleiche von RWE, das der VfB mit 7:1 Toren gewann, endete das Spiel der beiden ersten Seniorenmannschaften vor 6.000 Zuschauern unentschieden 3:3.

Am 2. Juli 1944 spielte der VfB dann nochmals gegen Schalke 04. Verstärkt durch einige Gastspieler treten die VfBer mit stolz geschwellter Brust gegen die Königsblauen an. Das Spiel verloren sie jedoch recht deutlich mit 1:7 Toren. Während des Krieges konnte der VfB auch eine zweite Mannschaft stellen. Sie spielte gegen die Kreisklassen-Vereine Bottrop-Gladbeck mit wechselndem Erfolg.

Die Jugend war während des Krieges sehr erfolgreich und konnte sich im Spieljahr 42/43 bis ins Endspiel um die Bezirksmeisterschaft durchsetzen. Dort wurde sie dann jedoch von der Betriebssportgemeinschaft Hassel knapp geschlagen. wenn man jedoch bedenkt, mit welchen Schwierigkeiten man zu kämpfen hatte, so muss man all denen, die sich für den Fortbestand des Vereins eingesetzt haben Dank sagen. Egal ob es nun Spieler, Vorstandsmitglieder oder treue Zuschauer waren - sie alle haben dazu beigetragen, dass es den VfB noch heute gibt.

Doch für sie alle gab es Anfang 1945 Schwierigkeiten, die nicht mehr zu überwinden waren. Das bedeutete auch für den VfB das Erliegen des Spielbetriebs. Doch die Zwangspause währte - und das wissen wir heute sehr genau - nicht sehr lange.

Denn mit dem Ende des Krieges begann im Frühjahr 1945 auch wieder der Fußball in Bottrop. Und dort war der VfB einer der ersten Klubs, der den Spielbetrieb wieder aufnahm.