5 Fragen an ... Philipp Drießen

Seit längerer Zeit ist Philipp Drießen Jugendkoordinator beim VfB Bottrop, obwohl er selbst beim Essener Verein SV Borbeck spielt. Ein Spagat zwischen Jugendarbeit und selbst aktiv spielen - für Philipp Drießen war es nur dank der Unterstützung des VfB-Jugendvorstandes möglich. Doch diesen Spagat wird es nur noch bis zum Sommer geben: Dann wechselt der Offensivakteur zurück zum VfB Bottrop. Außerdem bezieht Drießen Stellung zum Thema Sichtungstraining und Konkurrieren der Scouts. Denn drei seiner Kicker aus der F2-Jugend beim VfB Bottrop werden im Sommer zum MSV Duisburg wechseln. Drießen selbst hatte die Möglichkeit als Trainer mitzugehen, doch er lehnte ab.

Von David Wirsch

 

5 Fragen an ... Philipp Drießen

 

... Jugendkoordinator beim VfB Bottrop

 

Auf'm Platz: „Hallo Philipp, im Dezember waren drei deiner F-Jugend-Spieler beim Sichtungstraining des VfL Bochum. Was hat sich da ergeben?“

Philipp Drießen: „Alle drei haben einige Sichtungsrunden überstanden, jedoch wurde niemand letztendlich übernommen. Aber auch der MSV Duisburg und der FC Schalke wurden auf einige unserer Kids aufmerksam. Insgesamt wurden fünf Kinder aus meiner Mannschaft zum Probetraining eingeladen und vier werden uns "leider" im Sommer in Richtung Duisburg verlassen.“

 

Auf'm Platz: „Wie siehst du diesen Schritt? Freut es dich für die kleinen Kicker oder trauerst du eher den Spielern, die dann nicht mehr unter dir spielen, nach?“

Philipp Drießen: „In erster Linie freut es mich für die Kids. Als der Trainer vom MSV erzählt hat, gegen welche Teams in Zukunft gespielt wird, hat man das Funkeln in den Augen der Kleinen deutlich sehen können. Dennoch bin ich der Meinung, dass dieser Schritt drei bis bier Jahre zu früh kommt. Das habe ich auch den betroffenen Eltern gesagt. Das gleich vier Kinder zum MSV Duisburg wechseln macht es natürlich für die Eltern ein wenig leichter was Fahrtwege et cetera angeht. Ich wünsche den Kids natürlich alles Gute und hoffe, dass sie sich schnell in ihrem neuen Umfeld zurecht finden. Sportlich ist dies sicherlich ein herber Verlust für unsere zukünftige F1, jedoch sehe ich darin auch eine Chance für die verbliebenen Kinder.“

Auf'm Platz: „Siehst du es als generelles Problem, dass große Vereine Kinder bereits in frühen Jahren für sich gewinnen wollen?“

Philipp Drießen: „Ich kann die großen Vereine natürlich verstehen, dass sie so schnell wie möglich gute Kicker haben wollen. Da herrscht teilweise ein sehr großes Konkurrieren der Couts um die besten Spieler. Ich finde es zu früh Kinder im Bambini oder F-Jugend-Alter bereits haben zu wollen. In meinen Augen wäre es erst ab E-Jugend angebracht. Na klar, ist es verlockend, zu einem großen Verein zu gehen. Das weiß ich auch, zumal ich das Angebot des MSV hatte, als Trainer mitzugehen und im Sommer die U9 zu übernehmen. Doch ich habe aus zeitlichen und beruflichen Gründen abgelehnt.“

 

Auf'm Platz: „Du bist beim VfB Bottrop Jugendkoordinator. Was genau zählt zu deinem Aufgabenfeld und wie siehst du die aktuelle Lage in der Jugendabteilung ds VfB?“

Philipp Drießen:„Als Jugendkoordinator kümmere ich mich um die sportlichen Abläufe beim VfB. Spielbetrieb, Turnierorganisation, Ttsiningsplanungen et cetera. Da ich mich aber zur Zeit in der Schlussphase meiner Berufsausbildung befinde, werde ich von weiteren Vorstandsmitgliedern unterstützt. Beim VfB hat sich mit dem Amtsantritt von Raif Yalcin einiges getan und mit dem Bau des Kunstrasenplatzes können wir hoffentlich den nächsten Schritt gehen und mehr auf die Qualität achten.“

 

Auf'm Platz: „Du selbst spielst ebenfalls aktiv - beim SV Borbeck. Würde es nicht quasi leichter sein, ebenfalls beim VfB zu spielen, wenn du dort doch Jugendkoordinator bist? Und wie sieht deine Zukunft aus?“

Philipp Drießen: „Ich konnte zuletzt aus beruflichen Gründen nur eingeschränkt meine Aufgaben beim VfB ausüben, habe aber wie gesagt viel Unterstützung bekommen. Natürlich war das dann eine Art Spagat zwischen Jugendarbeit beim VfB und Training und Spiele beim SV Borbeck. Ich habe Borbeck aber bereits darüber informiert, dass ich den Verein am Ende der Saison verlassen und zum VfB Bottrop wechseln werde. Das bedeutet, dass ich dann auch meiner Jugendarbeit intensiver nachgehen kann, da es keine Fahrten nach Essen geben wird. Da ich den Christian (Christian Paul, Trainer VfB II, d.Red.) gut kenne und zudem seinen Sohn trainiere, kamen wir schnell ins Gespräch und ich habe zügig zugesagt. Ich kenne zudem noch viele Spieler.“

Text: David Wirsch

Bericht: Auf`m Platz

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Gerd (Mittwoch, 26 Februar 2014 13:22)

    Glückwunsch an den vfb. Solche Trainer sind unbezahlbar und machen eine gute Jugendarbeit aus!!!!