Real Madrid in Bottrop – „Der Name alleine erzeugt schon Respekt“

Seit Montag läuft das Trainingscamp von Real Madrid im Bottroper Jahnstadion. Es ist das erste von 80 Camps, die in den kommenden Wochen in ganz Deutschland veranstaltet werden sollen. Die WAZ zog ein Zwischenfazit mit Campdirektor Stefan Kohfahl

Stefan Kohfahl ist Direktor des Real-Madrid-Trainingscamps in Deutschland. Foto: Heinrich Jung
Stefan Kohfahl ist Direktor des Real-Madrid-Trainingscamps in Deutschland. Foto: Heinrich Jung

1 Herr Kohfahl, seit wann bietet Real Madrid Fußballschulen auch in Deutschland an?

 

Kohfahl: Bottrop ist unser Deutschlandstart, in der nächsten Woche geht es bei fünf weiteren Partnervereinen weiter. Insgesamt werden wir an 80 Standorten sein. Unser Ziel ist es, inhaltlich und qualitativ die Nummer eins zu werden. Real Madrid geht es in seiner Akademie nicht nur darum, tolle Fußballer auszubilden. Wir vermitteln die Philosophie und die Werte des Vereins. Leistung basiert nicht nur auf Talent, sondern auf Anstrengung. Im Team hilft der Stärkere dem Schwächeren. Und das Auftreten der Spieler ist wichtig: Man muss gewinnen und verlieren können.

 

2 Gibt es nach vier Tagen Fußballschule Erkenntnisse, wie dieser Ansatz bei den Kindern und Jugendlichen ankommt?

 

Kohfahl: Die Kinder sind superfokussiert und diszipliniert. Am Dienstag haben wir uns wegen des Dauerregens entschieden, auf die Pause zu verzichten, und alle haben mitgezogen. Aber wir haben auch einen ganz anderen Zugang, der den Eltern und Trainern in den Vereinen oft verwehrt ist. Der große Name erzeugt alleine schon Respekt. Und wenn dann 90 junge Fußballer im weißen Trikot zusammenstehen, sorgt das für ein besonderes Gefühl der Zusammengehörigkeit. Am Montag hat Christoph Metzelder 45 Minuten lang sehr professionell von seiner Fußballkarriere erzählt und die Kinder haben gebannt zugehört. Von Beginn an haben wir erklärt, dass Disziplinlosigkeit nicht akzeptiert wird, aber das heißt nicht, dass wir nicht mal Blödsinn machen.

 

3 Wie läuft so eine Fußballschule in der Praxis ab?

 

Kohfahl: Die Teilnehmer sind zwischen sechs und 14 Jahre alt. Am ersten Trainingstag haben wir die sechs Gruppen nach dem Alter aufgeteilt, am zweiten Tag nach Leistung. Wir haben ein Konzept für 30 Stunden Trainingsprogramm ausgearbeitet, das wir in fünf Tagen bei je zwei Trainingseinheiten umsetzen. Das Konzept wurde nicht eben mal hingeschrieben, sondern wir haben im Kreis der Trainer in vielen Stunden intensiv diskutiert. In unserem Stab sind Sportwissenschaftler und lizenzierte Trainer, viele waren Bundesligaprofis. Schon jetzt kann ich sagen: Wir haben hier in Bottrop hervorragende Bedingungen und glauben Sie mir, da haben wir schon ganz andere Dinge erlebt. Wir haben hier ein tolles Stadion und tolle Menschen vom Partnerverein VfB, die sehr viel Engagement beweisen. Und auch wir entwickeln uns immer weiter und werden aus dieser Woche viel mitnehmen. Heute steigt um 14.30 Uhr die große Abschlussehrung.

 

Text: Birgitt Schuknecht

 

Link WAZ

Kommentar schreiben

Kommentare: 0