Der VfB Bottrop will im Jahnstadion ein Vereinsheim bauen

Der VfB Bottrop hat kein Vereinsheim. Ein Umstand, der sich nach Wunsch der Schwarz-Weißen bald ändern soll. Deshalb handelt die Jugendabteilung und begibt sich auf Sponsorensuche. Idealer Baubeginn: Ab Januar, wenn das Stadion ohnehin mehrere Monate lang zur Baustelle wird.

Carsten Nothnick geht derzeit auf Sponsorensuche, um den Traum vom Vereinsheim zu       Foto: Winfried Labus
Carsten Nothnick geht derzeit auf Sponsorensuche, um den Traum vom Vereinsheim zu Foto: Winfried Labus

Der alte Container hat es eigentlich schon lange hinter sich, das verrät schon der erste Blick. Die Farbe blättert, die Scharniere sind rostig und „rein gehen wollen wir lieber nicht“, sagt Carsten Nothnick. Er ist der Geschäftsführer der Jugendabteilung des VfB Bottrop. An Spieltagen werden in dem alten Container zwischen dem Rasen- und dem Ascheplatz Getränke und Häppchen verkauft. Er wird noch genutzt. Allerdings nur, weil es keine Alternative gibt.

 

Der VfB hat einige Alleinstellungsmerkmale in Bottrop. Die Herren sind das ligenhöchste Seniorenteam der Stadt, der VfB spielt auf dem bekanntesten Platz Bottrops (Jahnstadion) und hat eine Jugendabteilung, die nach mehrjähriger Durststrecke wieder kräftig wächst. Schön, könnte man an dieser Stelle denken. Doch es gibt einen weiteren Unterschied zu anderen Vereinen: Der VfB hat kein Vereinsheim. Ein Umstand, der sich nach Wunsch der Schwarz-Weißen bald ändern soll.

 

 

Die Preisspanne ist groß

 

„Hier könnte das Gebäude stehen“, sagt Nothnick und zeigt auf die Stelle, an der derzeit noch der alte Verkaufscontainer steht. Der Plan der Jugendabteilung: Weg mit dem Container, her mit einem Vereinsheim. Mit Schankraum, Küche, Aufenthaltsbereich und Bürofläche. Ein Gebäude, wie es die meisten Fußballklubs der Stadt haben – ligentiefere und kleinere.

 

Aber halt, gibt es im Jahnstadion nicht schon einen Raum mit Zapfanlage und Tischen? Ja, den nutzt der VfB auch regelmäßig für Veranstaltungen. Dabei handelt es sich allerdings um einen städtischen Multifunktionsraum, die Nutzung ist also mit Mietkosten verbunden. „Außerdem ist der Raum am Stadioneingang, also ein bisschen abseits gelegen. Zwischen den beiden Plätzen wäre die Übersicht und der Bezug zum Fußball viel größer“, sagt Nothnick.

 

Angedacht wurden in den jüngsten Monaten mehrere Bauvarianten: Vom Holzhaus über eine Containerlösung bis zum Massivbau. Kostenspanne: zwischen 50.000 und 250.000 Euro. Idealer Baubeginn: Ab Januar, wenn das Stadion ohnehin mehrere Monate lang zur Baustelle wird, weil der Zweitplatz (Asche) zum Kunstrasenplatz umgewandelt wird. „Logistisch und kostentechnisch wäre das ein Vorteil. Und überhaupt würde ein schickes Vereinsheim einer Anlage wie dem Jahnstadion gut zu Gesicht stehen. Vor allem, wenn es mit einem Kunstrasenplatz endgültig zum Schmuckkästchen wird“, so Nothnick.

 

Stadt würde den Bau begrüßen

 

Eine Meinung, die auch der Sport- und Bäderbetrieb teilt. „Wir stehen dem Ganzen sehr positiv gegenüber und halten das Projekt auch nicht für unrealistisch“, sagt dessen Mitarbeiter Peter Schmidt. Die Stadt würde den Bau einer weiteren Räumlichkeit sogar begrüßen, stünden so doch mehr Möglichkeiten für die Bewirtung bei Großereignissen wie beispielsweise der NRW-Gala der Leichtathleten zur Verfügung. „Optisch müsste der Bau allerdings in die Landschaft passen. Aber da gab es schon entsprechende Vorgespräche“, so Schmidt.

 

Alles schön und gut, doch am Ende entscheidet immer das Guthaben auf dem Bankkonto. Dass der Hauptverein noch auf Altschulden sitzt, ist kein Geheimnis. Pläne für ein Vereinsheim wurden aus diesem Grund schon in der Vergangenheit wieder verworfen. Deshalb handelt die Jugendabteilung zunächst selbst, begibt sich auf Sponsorensuche und kalkuliert Möglichkeiten wie ein zinsgünstiges Sportstätten-Darlehen des Landes NRW und der KfW-Bankengruppe durch. Mit größerer Personalstärke wollen die Schwarz-Weißen bald dem Förderverein des Sports in Bottrop beitreten und auch die Bottroper Bürgerstiftung wäre ein möglicher Anlaufpunkt, um weitere Unterstützung zu sichern. Nothnick: „Insgesamt sind wir guter Dinge. Derzeit tätigen wir viele kleine Schritte und hoffen bald auf den großen Durchbruch.“

 

Text: Björn Goldmann

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