Schwarzer Sonntag für den VfB

Einen ganz bitteren Sonntag erlebten unsere Herren-Mannschaften. Die Erste lag bei Sterkrade-Nord zweimal vorn, musste aber auch aufgrund großen Verletzungspechs eine 2:3-Niederlage hinnehmen. Richtige Klatschen setzte es für die Reserve-Teams in Fuhlenbrock (Texte: aufmplatz.net).

SpVgg. Sterkrade-Nord - VfB Bottrop 3:2

LL


Was ein bitterer Nachmittag für die Bottroper. Eine zweimalige Führung reichte nicht aus, um den zweiten Saisonsieg einfahren zu können. Noch schlimmer: Ramadan Ibrahim (30.), Daniel Späth (46.) und Marc Wittstamm (60.) mussten zudem auch noch allesamt verletzt oder angeschlagen früh ausgewechselt werden, und das, obwohl der Drittletzte sowieso schon große Verletzungssorgen hat. Außerdem haderten die Gäste auch noch mit so manchen Schiedsrichter-Entscheidungen. „Nord hätte in Halbzeit eins alleine zweimal die Rote Karte sehen müssen, sah aber nur zweimal Gelb und bei einigen Abseits-Entscheidungen hat der eine heute sehr unglückliche Linienrichter oft auf Zuruf der Zuschauer reagiert. Er hatte sowieso eine ganz schlechte Kommunikation auch mit dem Unparteiischen. Heute kam einfach zu viel zusammen“, sagte VfB-Co-Trainer Christian Müller nach dem Spiel.
Nords Cheftrainer sah das Geschehen etwas differenzierter.  „Natürlich habe ich in Halbzeit eins Pascal Wickert früh ausgewechselt, weil er schon Gelb gesehen hatte und ich ihn schützen musste. Das muss ein Trainer, dafür bin ich da. Es war von beiden Seiten ein wie erwartetes kampfbetontes Spiel. Aber ich habe nirgendwo ein Rot-würdiges Foulspiel gesehen“, nahm Markus Kowalczyk seine Mannen in Schutz. Außerdem lobte er die Moral der Truppe. „Wir sind nach dem 0:1 und 1:2 zurückgekommen und hätten am Ende durch Ali Khan, Augenstein und Ratkowski sogar noch höher gewinnen können. Außerdem waren wir spielerisch klar überlegen. Damit gewinnt man natürlich kein Spiel. Aber der Heimsieg geht absolut in Ordnung“, befand der Übungsleiter der Gastgeber. Ehe Mike Ratkowski für Sterkrade-Nord mit seinem Doppelpack das Spiel drehte, war es Burak Öktem, der zum tragischen Held der Gäste wurde. „Erst erzielt er das 2:1 per Elfmeter, nachdem Mario Zoranovic gefoult wurde und kurz danach vergibt es aus nur wenigen Metern die dicke Chance zum 3:1. Geht der Ball rein, dann hätten wir keine großen Probleme mehr bekommen, das Spiel zu gewinnen“, war sich Müller nach der Partie sicher. Zu diesem Zeitpunkt war der erste Torschütze und verlorene Sohn Daniel Späth wegen seiner alten Knie-Problematik schon ausgewechselt worden. Ebenso wie zwei weitere Kollegen. „Wir haben gefälligen Fußball gespielt. Aber wenn du natürlich schon dreimal auswechseln musstest und dann zurückliegst, kannst du von außen nicht mehr gut reagieren“, befand Müller. Der hätte sich wenigstens noch über das 3:3 gefreut, das der VfB unmittelbar vor dem Abpfiff auch noch auf dem Fuß hatte. „Es wäre der Lohn für die Mannschaft gewesen. Denn der Einsatz stimmte.“ So aber bleibt der VfB in akuter Abstiegsgefahr. Bei nur noch zwölf Spielen und zehn Punkten Rückstand gerät das rettende Ufer in immer weitere Ferne. Da ist Sterkrade-Nord schon lange und wird es wohl auch bleiben. „Wir stehen schon gut da. In zwei Wochen kann man aber noch mehr sagen. Der heutige Sieg war wichtig“, urteilte Kowalczyk abschließend.

BW Fuhlenbrock - VfB Bottrop II 7:2

KL B


BW Fuhlenbrock setzt ein Ausrufezeichen im Verfolgerduell. Am Ende konnten die Gastgeber den Tabellendritten VfB Bottrop II sogar mit 7:2 besiegen. „Wir haben zurecht verloren“, zog VfB-Coach Christian Paul ein Fazit nach dem Spiel. BWF-Trainer Andre Hülsmann war zufrieden: „Es war ein sehr gutes Spiel.“

Die Anfangsminuten waren eher ausgeglichen. Beide Mannschaften versuchten einiges, wollten aber auch kein Tor kassieren. Den ersten Treffer erzielten dann die Gäste, doch der Schiedsrichter gab das Tor nicht. Dafür gingen dann die Gastgeber in Führung. Torjäger Moritz Blasberg erzielte nach 25 Minuten das Führungstor. Dominic Waldbauer erhöhte nur kurze Zeit später auf 2:0. „Wir haben in der ersten Hälfte sehr diszipliniert gespielt. Wir haben nach hinten kaum etwas zugelassen und vorne unsere beiden Tore gemacht. Besser geht es kaum. Damit haben wir den Grundstein für die zweite Halbzeit gelegt“, freute sich Hülsmann über die 2:0-Führung. Weitere Tore fielen im ersten Durchgang nicht. Zur Pause hatten sich die Gäste dann noch einiges vorgenommen, wollten noch einmal rankommen. Und sie legten auch gut los. Das Spiel war gerade erst angepfiffen, als Goalgetter Julian Stuchlik die große Chance zum Anschlusstreffer hatte. Allerdings köpfte er gegen den Pfosten. Erneut machten es die Hausherren besser. So erhöhte Moritz Blasberg auf 3:0 und schließlich auf 4:0. Michael Kutz machte 25 Minuten vor Ende der Partie mit dem 5:0 alles klar. „Wir haben in der zweiten Hälfte einen richtig feinen Fußball gespielt. Lediglich die Gegentore waren überflüssig“, erklärte Hülsmann. Verhindern konnte seine Mannschaft diese schließlich doch nicht und so erzielte Nicolai Stangenberg das 5:1. Moritz Blasberg erzielte mit seinem vierten Treffer am heutigen Tage auf 6:1 und nach dem Anschluss durch Julian Stuchliküberlupfte Dominic Waldbauer den VfB-Keeper und erzielte damit das schönste Tor des Spiels. Das war dann auch der Schlusspunkt der Partie und BW Fuhlenbrock bleibt nach dem Dreier weiter an den beiden vorderen Plätzen dran.

„Wir hatten noch einige Möglichkeiten, aber wir hatten auch nicht das nötige Glück heute. Insgesamt geht die Niederlage in Ordnung, die Mannschaft hat auch einige Punkte nicht umgesetzt. Die drei Stürmer haben uns hinten schwindelig gespielt. Aber es hätte auch durchaus ausgeglichener ausfallen können, wenn wir unsere Tore gemacht hätten“, resümierte Christian Paul. Dieser musste einige Zeit sogar barfuß an der Seitenlinie stehen, weil er Julian Stuchlik seine Schuhe leihen musste. Seine Schuhe waren nämlich kaputt gegangen. BWF-Trainer Andre Hülsmann freute sich über den Sieg: „Es war echt ein super Spiel, das sah klasse aus und ich glaube die Zuschauer hatten auch Spaß“, wusste aber auch: „Wir haben nur eine Pflichtaufgabe erfüllt. Wir müssen jetzt weiter unsere Hausaufgaben machen und können erst dann auf TBO und SV 1911 schielen.“

BW Fuhlenbrock II - VfB Bottrop III 4:0

KL C


Da rauscht ein neuer B-Ligist an! Der bisher sowieso schon so souveräne Spitzenreiter aus Fuhlenbrock ließ am Sonntag auch der Drittvertretung und dem ersten, eigenen Verfolger, VfB Bottrop III, unter dem Strich keine Chance. Der Tabellenzweite spuckte sich aber auch selbst in die Suppe. Nach Gegentoren in Minute 15 und 38 ließ sich Matthias Hürter auch noch zu einer Tätlichkeit hinreißen und kassierte völlig zurecht vom Unparteiischen Aytekin Sentürk die Rote Karte. Nachdem Fuhlenbrocks Rechtsverteidiger Marcq-André Schmeier energisch in ein Kopfballduell gegen Hürter gegangen war, dabei aber klar den Ball spielte und auch die Arme am Körper angelegt behielt, trat Hürter gegen Schmeier aus Frust nach, obwohl der Ball und das Spielgeschehen schon längst woanders waren. Sentürk hatte die Szene aber genau beobachtet und stellte Hürter unter nur wenigen Protesten der Gäste sofort vom Platz. Mit seinem Bärendienst wurde es für den VfB Bottrop III fortan noch schwieriger, gegen den Spitzenreiter dagegen zu halten.

Dabei imponierten die Gäste aber unmittelbar nach der Pause trotz Unterzahl mit einigen guten Offensivszenen, aus denen mindestens ein Tor hätte fallen müssen, weil Fuhlenbrocks Defensive gewaltig wackelte. Doch unter dem Strich scheiterte man an den eigenen Nerven. Ein früher Anschlusstreffer hätte dem Spitzenspiel noch einmal wesentlich mehr Spannung verliehen. Mit dem 3:0 durch Fuhlenbrocks Kapitän Lars Sünderkamp nach exakt einer Stunde war aber das Spiel und vor allem die Gegenwehr des VfB endgültig gebrochen. Sünderkamp reihte sich damit in die Liste der Torschützen seiner Stürmer-Kollegen am Sonntag ein, nachdem bereits Daniel Ermel und auch Florian Görlitz getroffen hatten. Das Trio ist nach 15 Spielen maßgeblich an den bislang 94 erzielten Treffern beteiligt. Görlitz ließ in der 64. Minute per Foulelfmeter sogar noch seinen zweiten Treffer an diesem Sonntag folgen, nachdem erst VfB-Verteidiger Jörn Watterodt und dann Torhüter Angelo Kuschel versucht hatten mit Foulspielen im eigenen Strafraum Fuhlenbrocks sehr starken Flügelstürmer Ermel zu stoppen. In der Schlussphase hätte BW Fuhlenbrock II das Endergebnis sogar noch deutlicher gestalten können, was der Leistung des VfB aber auch nicht vollends gerecht geworden wäre.

Der Jäger hatte vor dem Spitzenspiel, auf das man wochenlang hingefiebert hatte, riesige Personal-Probleme und trat mit dem wirklich allerletzten Aufgebot an. Max Roer fällt derzeit mit einem Handbruch aus, Malte Steinberg stand ebenso wenig zur Verfügung wie Stefan Wilms, der sich eine Schulter-Eckgelenkssprengung zugezogen hatte. Daniel Kaiser brach sich am Montag beim Training den Zeh, Kapitän Michael Chysky plagten Knöchelprobleme, Maik Trost konnte wegen einer Rippenprellung nicht trainieren, Björn Goldhammer ist nach einer Grippe gerade erst wieder genesen, Steffen Eichstädt fiel ebenfalls aus, Kai Schiel war beruflich verhindert und die Stammkräfte Ulrich Misz, Matthias Hürter und Niklas Geilich kamen Samstagnacht erst aus dem Urlaub wieder.

Nun hat BW Fuhlenbrock II neun Spieltage vor Saisonende sieben Punkte Vorsprung auf den VfB Bottrop III. Von 15 Spielen konnten 13 gewonnen werden. Bisher musste die Mannschaft von Trainer Uwe Delfs noch nicht eine Niederlage hinnehmen und kassierte zudem gerade einmal sieben Gegentreffer! Dennoch bleibt man "auf Jacobi" (noch) zurückhaltend. Kapitän Lars Sünderkamp verwehrte nach dem Spiel sowohl Fotos, die den Endstand zeigen sollten als auch vermeintliche Jubel-Szenen aus der Umkleidekabine. "Den Jungs ist noch nicht danach. Wir haben nur sieben Punkte Vorsprung, da gibt es Stand jetzt noch gar nichts zu bejubeln und wir respektieren weiterhin sowohl den VfB Bottrop III als auch jeden anderen Gegner in unserer Gruppe."

VfB-Trainer Björn Schnieder zum Spiel: "Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen. Unsere Doppel-Sechs hätte aus ärztlicher Sicht gar nicht spielen dürfen, sie haben sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und wie alle anderen alles versucht, aber in den entscheidenden Momenten fehlte das Quäntchen. BWF hat heute verdient gewonnen, das muss man anerkennen und darf damit auch zum Aufstieg gratulieren denke ich. Vor dem Standard-Treffer zum 1:0 hatten wir zwei gute Gelegenheiten, nach dem Seitenwechsel etliche, die muss man gegen eine solche Mannschaft halt nutzen. Aber wir haben uns zu zehnt zumindest tapfer aus der Affäre gezogen. Mit Blau-Weiß steigt die richtige Mannschaft auf."

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