Versöhnlicher Abschluss für unsere Erste beim Champions Cup

Unsere erste Mannschaft hat zum Abschluss ihrer Vorbereitung am Volksbank Champions Cup teilgenommen und aufgrund personeller Engpässe nur mit einer zusammengewürfelten Mannschaft auflaufen können. Zwei Niederlagen bedeuten zwar das Aus in der Gruppenphase, doch am Ende siegt die Moral.

 

Eine Gruppe mit Kreisliga-B-Ligisten scheint zunächst ein Spaziergang für unsere Bezirksliga-Kicker zu sein, doch im Verlaufe dieser Woche avancierte sie zum Hürdenlauf. Im ersten Spiel gegen Rhenania Bottrop agierte unsere Elf mit einer guten, strukturierten Spielanlage und erarbeitete sich einige Chancen. Den Rhenanen genügte im ersten Durchgang jedoch eine einzige Möglichkeit, um auf 1:0 zu stellen. Nach der Pause zeigte sich den Zuschauern Im Blankenfeld ähnlicher Einbahnstraßenfussball, die clever verteidigenden Rhenanen kamen offensiv kaum zur Geltung, unseren Jungs fehlten zumeist die klaren Lösungen gegen dieses Bollwerk. Häufig kreierten wir lediglich Halbchancen oder probierten es aus der Distanz, lediglich einmal waren wir erfolgreich. Nach einer guten Stunde hämmerte Fabian Blanik die Kugel mit voller Wucht in die Maschen, doch der Ausgleich wehrte nicht lange. Es kam, was an einem solch unglücklichen Tag kommen musste – Strafstoß für die Gastgeber, Rhenania entschied das Spiel mit 2:1 für sich. Unverdient? Ja, aber wer fragt da am Ende schon nach...

 

Viele hofften im zweiten Spiel auf eine erhebliche Leistungssteigerung, Gegner war der SV 1911 Bottrop. Es war ein Spiel Kampf gegen Krampf, uns fehlte oft die Abstimmung und der Wille, den letzten Meter noch zu gehen, während die Elfer alles aus sich herausholten, was der Körper hergab. Die Führung für unser Team in der 13.Minute resultierte aus dem schönsten Angriff des Spiels. Über den rechten Flügel gelangten wir durch einen Doppelpass an die Grundlinie, Samuel Kahnert konnte die Ablage jedoch nicht verwerten, erst die anschließende Ecke führte zum Erfolg. Ebenfalls von der rechten Seite wurde sie vom Tor weg getreten, ehe zentral unser Kapitän Kevin Wagener am höchsten stieg und wuchtig einköpfte. Doch der Vorsprung brachte keine Sicherheit. Im Gegenteil, die in dunkelblau gekleideten B-Ligisten spielten gewöhnlich lange Bälle, wobei der aus einem entstandene Freistoß aus 20 Metern halblinker Position unten im Kasten einschlug und somit den Spielstand egalisierte. Leider übersah der ansonsten gute Schiedsrichter eine Abseitsstellung von Sven Laufhütte, sodass der Elfer Stürmer einnetzen konnte. Beim langen Pass aus der eigenen Abwehrreihe stand der Torschütze aber soweit in der verbotenen Zone, dass er sich die Schuhe hätte binden können, ehe auch nur ein Verteidiger zugegen hätte sein können. Danach vergaben wir einige Möglichkeiten, um das Ergebnis wieder zu unseren Gunsten zu beeinträchtigen, die beste beim Pfostenschuss in der 71.Minute. Zehn Minuten vor dem Ende bahnte sich eine Art Vorentscheidung an. Durch ein kurioses Eigentor zog 1911 zwar auf zwei Tore weg, aber nur eine Minute später verkürzte Kevin Wagener auf 2:3, indem er per Strafstoß seinen Doppelpack schnürte. In der Nachspielzeit vergab Amrullah Bayhoca freistehend im Sechzehnmeterraum den Ausgleich, erneut verliert unsere erste Mannschaft unglücklich.

 

Am Donnerstag fand das Turnier einen versöhnlichen Abschluss. Gegen die Sportfreunde 08/21 Bottrop dominierten wir wie gewöhnlich, doch plötzlich entdeckten wir, dass auch die Torejagd unmittelbarer Bestandteil einer erfolgreichen Mannschaft sein muss. Wir deklassierten sie mit 8:0 und zeigten den Zuschauern, wer der eigentliche Herr auf dem Platz ist. 13.Minute, Cem Sakiz tankte sich rechts nach einem guten Doppelpass mit Hendrik Schloßarek durch und behielt die Übersicht für den eingelaufenen Pierre Weyerhorst – 1:0. Unsere heutige Nummer neun und Ersatz für den verletzten Maurice Riesner – gute Besserung an dieser Stelle – war es auch, die das 2:0 erzielte. Nach dem 3:0 folgte ein Pfostenschuss aus rund 18 Metern, die Überlegenheit war erdrückend, perplex wirkende Sportfreunde waren wie festgetackert in der eigenen Hälfte. Einen Freistoß von Amrullah Bayhoca konnte der bemitleidenswerte Keeper noch parieren, doch im Nachsetzen lupfte Pierre Weyerhorst zum 4:0, technisch erste Sahne. Eben die Kombi sorgte auch für den fünften Streich, in diesem Fall legte Pierre Weyerhorst für Amrullah Bayhoca auf, der kompromisslos das 5:0 eintütete. Auch im zweiten Durchgang erzielte Amrullah noch zwei Tore, gemeinsam mit dem sehenswerten Distanzschusstor von Marc stand am Ende ein überdeutliches 8:0 auf der Anzeigetafel. Wenn sie nun angesichts des Ergebnisses in den Glauben verfallen, es sei Handball oder Eishockey gespielt worden, so kann ich ihnen versichern: der VfB Bottrop hat Fussball nicht nur geboten, sondern phasenweise zelebriert. Man kann sich in etwa ausmalen, wie erfolgreich das Turnier verlaufen wäre, wenn wir von Anfang an die Zielstrebigkeit und Leichtigkeit des letzten Auftritts an den Tag gelegt hätten.

Dominanz und Effizienz - ab nächster Woche gilt es, die richtige Mischung zu finden.

 

Glück Auf

Tristan Berghoff

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