Erste mit Fehlstart - Zweite on fire

Der VfB Bottrop erlebte am Sonntag Licht und Schatten. Die erste Mannschaft glänzte beim 1:3 gegen Friedrichsfeld vor allem mit offensiver Harmlosigkeit, die Zweite mischt derzeit die Kreisliga A auf und schaffte den 3:1-Coup gegen Absteiger Buschhausen.

VfB Bottrop - Friedrichsfeld 1:3 (1:2)

Bezirksliga, 6.Spieltag

 

Es war ein eher schwacher Auftritt des VfB Bottrop, an dessen Ende durch das 1:3 gegen Friedrichsfeld die fünfte Niederlage im sechsten Saisonspiel steht. Nicht nur tabellarisch trat man dabei als Abstiegskandidat in Erscheinung, auch der Vortrag auf dem Platz offenbarte sich als eine zerfahrene Suche nach der eigenen Stärke. Dabei fing der Nachmittag so gut an, als Emrullah Bayhoca Schwarz und Weiß bereits nach acht Minuten in Führung brachte. Doch auf den vielversprechenden Auftakt folgte prompt der Ausgleich und die Gäste aus Voerde konnten die Spielkontrolle an sich reißen. "Nach der frühen Führung war das viel zu wenig von uns, wir haben keine Zweikämpfe für uns entscheiden können. Friedrichsfeld war klar besser", gab auch Trainer Mevlüt Ata zu. Mit dem Pausenpfiff kassierte der VfB noch das 1:2, was zwar verdient war, dennoch in letzter Sekunde eher unglücklich daher kam.

Dieser Gegentreffer traf die Ata-Elf ins Mark. Zwar stellte er in der Pause auf zwei Spitzen um, doch die Zuarbeit, verbunden mit flüssigem Offensivvortrag, blitzte nur fragmentarisch auf. Kukuczka schloss nach einem Doppelpass auf dem Flügel aus spitzem Winkel ab und verfehlte das Ziel knapp, nach einer technisch feinen Hereingabe von Bayhoca von der rechten Eckfahne verpassten Weyerhorst und Alhakim den Ausgleich. Friedrichsfeld trat offensiv seit dem Seitenwechsel gar nicht mehr in Erscheinung, was zu einer teils unterirdischen Verschlechterung des Niveaus führte. Nach 83 Minuten tauchten sie per Eckstoß urplötzlich vor dem Kasten von Kevin Kriegel, der zuvor einen Freistoß stark um den Pfosten lenkte, auf und stellten auf 1:3. Die Entscheidung! "Wir müssen das 2:2 machen, haben drei, vier klare Chancen, dann läuft das Spiel anders. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, damit die Jungs wieder an sich glauben und dafür war es insgesamt heute zu wenig." Muqa verabschiedete sich in der Nachspielzeit noch mit Gelb-Rot vorzeitig in Richtung Kabine und dann fiel der Vorhang für dieses Spiel und der VfB in der Tabelle und zwar hinter die Fortuna.

Nächste Chance Dinslaken - nächsten Sonntag...

 

VfB Bottrop II - SC 1912 Buschhausen 3:1 (1:1)

Kreisliga A, 4.Spieltag

 

 

Fussballtrainer, Chauffeur, Mannschaftsarzt und der personifizierte Erfolgstaktiker - Frank Griesdorn wurde am Sonntag eine Menge abverlangt, doch all seine Aufgaben meisterte er mit Bravour. Sein Amt als Fussballtrainer bei der zweiten Mannschaft des VfB hatte er sich ausgesucht, an dessen Ausführung arbeitet er seit Monaten sehr gewissenhaft und sachlich. Auch mit Medizinkoffer sah man ihn bisweilen häufiger über den Platz zu verletzten Spielern joggen. Doch die anderen beiden Attribute verdiente er sich so richtig erst an diesem vierten Spieltag. Vor dem Spiel musste er zwei seiner Akteure, die liegengeblieben waren, im Stile eines Chauffeurs vom Rastplatz abholen und stieß so erst gegen 12 Uhr zur Mannschaft. Ansonsten ist er als akribischer Tüftler und Arbeiter immer der erste, der kommt, und der letzte, der geht. Den Ruf als Erfolgsgarant erarbeitete er sich durch den dritten Sieg im vierten Spiel während des Auftritts gegen Buschhausen. Nach einem Chipball von Helali brachte Christian Reymann, zwei Stunden zuvor an der Raststätte liegengeblieben und nur durch das Trainer-Mobil rechtzeitig zum Spiel anwesend, den Ball im zweiten Versuch im Tor unter - 1:0. Ansonsten musste Griesdorn seine Viererkette komplett neu formieren und sah eine "instabile" Leistung im ersten Durchgang, wo die Schwarz-Gelben mehr von der Partie hatten und nach einer halben Stunde verdient ausgleichen konnten.

 

Wie es sich für einen guten Trainer ziemt, gab er seiner Elf einen Matchplan für die zweite Halbzeit an die Hand. Was aber nur wenige Übungsleiter können, ist, die Mannschaft mit ins Boot zu holen und mit ihnen zusammen die taktische Herangehensweise zu erarbeiten - 17 Minuten verweilte man in der Kabine! "Die Jungs haben gesehen, dass der Gegner hinten verwundbar ist und wir haben uns etwas zurecht gelegt, wie wir sie erfolgreich überwinden können", erklärte der Mannschaftsflüsterer später. In der Tat klappte es hervorragend, die gefürchtete Offensive des SC war vollkommen aus dem Spiel, nach einem Foul an Balsliemke-Louven verwandelte Martin Renneberg den fälligen Strafstoß zum 2:1 (68.). Patrick Czajas Volleyabnahme nach Eckstoß Blasberg brachte das 3:1 und somit die Entscheidung dieses Spiels sowie in der Tabelle die Punkte sieben, acht und neun.

Muss man etwa die Saisonziele korrigieren? Frank Griesdorn möchte bei all seinen nachweislichen Fähigkeiten nicht in die Rolle des Wahrsagers schlüpfen. "Im Moment überwiegt die Freude, die Mannschaft hat es klasse gemacht, aber wir schauen grundsätzlich nur von Spiel zu Spiel."

Nächster Gegner wird auswärts SW Alstaden sein.

 

Glück Auf

Tristan Berghoff

 

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