Derbysieg: Wojwod-Elf zeigt zwei Gesichter

Das es am Ende noch einmal so eng wurde hätte nach 25 Minuten keiner im Jahnstadion gedacht und war darüber hinaus völlig unnötig. Der VfB Bottrop startet mit einem Sieg in die Saison und schlug im Derby den SV Rhenania mit 4:3 (3:0) und zeigte dabei zwei Gesichter. Samet Kanoglu traf doppelt.

Bezirksliga - 1.Spieltag

VfB Bottrop - SV Rhenania Botrop 4:3 (3:0).

Der "Opa" Sercan Istek zeigte wieder seinen Torriecher und traf im Derby.
Der "Opa" Sercan Istek zeigte wieder seinen Torriecher und traf im Derby.

„Nach so einem Spiel musst du dir einfach den Mund abwischen und die drei Punkte mitnehmen. Mehr brauchst du dazu eigentlich nicht sagen“, resümierte Trainer Patrick Wojwod nach dem Spiel. Nach dem Spiel ist ein gutes Stichwort. Denn während es während des kompletten Spiels ruhig und fair blieb, gab es nach Schlusspfiff eine Rudelbildung und aufgehitzte Gemüter. Entsprechend geladen war Gäste-Trainer Marco Hoffmann auch eine halbe Stunde nach Schlusspfiff noch. Die Szenen am Ende wollte er nicht mehr kommentieren, dafür fand er deutliche Worte zum Spiel: „In der ersten Hälfte waren wir noch nicht in der Bezirksliga angekommen, da hat der VfB uns überrollt und konnte schalten und walten wie sie wollten. Da waren wir mit 0:3 noch gut bedient. In der zweiten Halbzeit waren wir besser drin. Und wie es der Fußball so will, haben wir am Ende noch die Chance zum Ausgleich. Ob es dann verdient war, interessiert am Ende niemanden.“  Eine kurze Zusammenfassung mit Wahrheitsgehalt. Denn der VfB legte los wie die Feuerwehr. Bereits nach drei Minuten klingelte es im Tor von Gäste-Keeper Marco Rinski. Nach wunderbarer Vorarbeit von Justin Wunder war Samet Kanoglu zur Stelle. Und der VfB machte weiter. Es ging ausschließlich in eine Richtung, die Rhenanen wirkten überfordert. Samet Kanoglu schlug erneut zu, 2:0. Und weiter nur der VfB. Zuerst ließ „Opa“ Sercan Istek noch ein dickes Ding liegen, später machte er es besser und traf nach 25 Minuten zum 3:0. „Und ganz ehrlich, zur Pause müssen wir schon 5:0 oder 6:0 führen, aber wir lassen zu viel liegen“, ärgerte sich Wojwod, der aber insgesamt eine bärenstarke erste Hälfte von seiner Elf sah. Aber der VfB wurde nachlässiger in Halbzeit zwei.

Samet Kanoglu traf doppelt.
Samet Kanoglu traf doppelt.

"Ich frage mich immer noch, warum die Jungs auf einmal die Hosen voll hatten und so ängstlich agiert haben", fragte sich Wojwod, der sich über eine Szene kurz nach dem Seitenwechsel noch mehr aufregte: "Der erste Elfmeter war ein Witz und wenn wir schon mal dabei sind, der Elfmeter in der Nachspielzeit auch." Rhenania kam zurück ins Spiel. Warum? Weil Pieritz aus ganz kurzer Distanz angeschossen wurde und der Schiedsrichter auf Elfmeter entschied. Ralf Thiel trat an und verwandelte sicher zum 1:3 aus Rhenanen-Sicht. Und auch wenn die zweite Halbzeit aus VfB-Sicht nicht mehr so gut war, hatten die Jungs Chancen. Aber entweder war Samet Kanoglu zu eigensinnig oder der eingewechselte David Fojcik traf nur Rinski. Es war schließlich eine Ecke von Dennis Harm, die der kleine Murat Berbero per Kopf zum 4:1 verwandelte. "Das war genau so einstudiert", freute sich Wojwod. Doch die Rhenanen kamen wieder zurück ins Spiel, Nico Große-Beck traf abgefälscht zum 2:4, in der Nachspeilzeit Ralf Thiel per Strafstoß sogar zum 3:4. Vorangegangen war ein vermeintliches Foulspiel von Peter Heinz. "Ein Witz", schimpfte Wojwod. Denn dadurch wurde es noch einmal richtig eng, denn es folgte besagte Szene von Rhenania-Coach Marco Hoffmann. Denn in der 95. Minute stand Ralf Thiel alleine vor Keeper Joel Frenzel, doch dieser kontrollierte den Ball schlecht und der Linienrichter hob die Fahne. "Mund abwischen, drei Punkte mitnehmen und gut ist", war Wojwod nach dem Schlusspfiff dann doch erleichtert.

VfB Bottrop: Frenzel, Solh, Pieritz, Steinmetz, Senyüz (64. Nawzad), Harm, Wunder, Berbero (74. Stanczyk), Pöschl (90. Heinz), S.Kanoglu, Istek (64. Fojcik).

Tore: 1:0 Kanoglu (3./Wunder), 2:0 Kanoglu (21./Wunder), 3:0 Istek

(25./Wunder), 3:1 Thiel (HE/64.), 4:1 Berbero (71./Harm), 4:2 Große-Beck (74.), 4:3 Thiel (FE/90.+4).