Hitziges Derby auf Rheinbaben endet Remis

Was wurde vor dem Spiel gesprochen, was wurde vor dem Spiel geredet? Am Ende war es dann doch wieder genau das hitzige Duell was sich jeder vorgestellt hat. Vier Tore, vier Platzverweise, eine Menge Foulspiele, Provokationen und Handgemenge. Im Topspiel Fortuna gegen den VfB Bottrop war alles mit dabei. Nach neunzig Minuten hieß es 2:2 (1:2).

SV Fortuna Bottrop - VfB Bottrop 2:2 (1:2).

Danny Steinmetz sah nach rund zwanzig Minuten die Ampelkarte.
Danny Steinmetz sah nach rund zwanzig Minuten die Ampelkarte.

Die Stimmung in der VfB-Kabine war nach dem Schlusspfiff trübe. Nach einer 2:0-Führung auf Rheinbaben hat man das Spiel noch ein stückweit aus der Hand gegeben und am Ende Remis gespielt. Ein 2:2 was sich wie eine Niederlage anfühlt, aber keine ist. Denn der VfB musste rund 70 Minuten in Unterzahl spielen. Verantwortlich dafür der Schiedsrichter und Fortuna-Theatralik. Vorne weg, es war für Schiedsrichter Christian Szewczyk sicherlich kein einfaches Spiel, dennoch muss man ihm attestieren, das Spiel zu keinem Zeitpunkt im Griff gehabt zu haben. Und so ärgert man sich im VfB-Lager immer noch über die gelbrote Karte von Danny Steinmetz. Nach fünf Minuten bekommt er gelb. Sein erstes Foulspiel, ein robustes Foul, wo der gelbe Karton absolut gerechtfertigt war. Seine zweite gelbe Karte dann nach rund zwanzig Minuten war dann ein absoluter Witz. Er zieht im Zweikampf noch zurück, der Fortune fädelt ein und Steinmetz bekommt die zweite gelbe Karte. "Ich habe gedacht das ist jetzt ein schlechter Scherz, weil ich ja ganz klar zurückziehe", ärgerte sich Steinmetz noch während des Spiels. Und ganz Rheinbaben hat es gesehen, sogar der Linienrichter, der mit den Worten "ich darf nichts sagen" abwinkte. Ein Lächeln auf Fortuna-Seite. Fortuna-Trainer Sebastian Stempel klopft dem Linienrichter auf die Schulter: "Klare gelbrote Karte, klare gelbrote Karte." Die Emotionen fingen an zu brodeln. Zu diesem Zeitpunkt führte der VfB bereits mit 1:0. Nach schöner Vorarbeit von Dennis Harm vollendete Goalgetter Samet Kanoglu. Und auch von der roten Karte ließen sich die VfBer nicht beirren, denn nach rund einer halben Stunde erhöhte Kudret Kanoglu auf 2:0. Sein Freistoß von der Außenlinie flog an Freund und Feind vorbei ins Tor. Von den Fortunen kam gänzlich wenig, Tim Strickerschmidt forderte Joel Frenzel mit einem Freistoß, von Unterzahl war aber erst einmal nichts zu sehen. Es war ein Spiel mit Pfeffer, mit vielen Zweikämpfen, gefühlt fielen die Entscheidungen aber immer in Richtung Heimrot. Der Anschluss durch Dominik Wenderdel dann zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, eine Minute vor der Halbzeit. Die VfB-Abwehr war nach einer Ecke indisponiert, das nutzte Fortuna zum Anschluss. Die Partie war offen und heißer denn je.

Auch Hussein Solh musste vorzeitig duschen.
Auch Hussein Solh musste vorzeitig duschen.

So ging es in die Pause und Patrick Wojwod warnte seine Mannschaft nun vor einem heißen Tanz. Entsprechend motiviert kam Fortuna aus der Halbzeit, hatte Sekunden nach Wiederanpfiff den Ausgleich auf den Schlappen. "Wir sind doch im Endeffekt selber Schuld. Auch wenn wir in Unterzahl sind, wir müssen das einfach besser verwalten", ärgerte sich Patrick Wojwod. Nach vorne ging beim VfB im zweiten Durchgang nicht mehr viel, Fortuna hatte nun deutlich mehr Ballbesitz und kam auch zu einigen Torchancen, die Joel Frenzel im Tor des VfB aber immer wieder zu Nichte machte. Das 2:2 fiel aus einem Freistoß, als Kudret Kanoglu einen Ball aus nicht mal einem halben Meter an die Hand geschossen bekommt. Was Tim Strickerschmidt dann aber aus rund 25 Metern veranstaltet war schlichtweg grandios. Bei dem direkt verwandelten Freistoß war Joel Frenzel machtlos. "Man muss einfach anerkennen, dass das ein genialer Freistoß war", wusste auch Patrick Wojwod. Am Ende kochten die Emotionen noch einmal hoch. Ein Fortune drückte Marvin Stanczyk in die Bande und bekam die Ampelkarte, Hussein Solh ging nach einer Tätlichkeit aber auch zeitgleich duschen. Zu guter Letzt musste auch Coach Patrick Wojwod nach einer gelbroten Karte hinter die Barriere. "Natürlich ärgert uns das mächtig nach einem 2:0 noch Unentschieden zu spielen. Aber wir sind es selber Schuld. Schon vor der Pause müssen wir cleverer verteidigen und auch im zweiten Abschnitt war das trotz Unterzahl zu wenig", zeigt sich Wojwod enttäuscht, der die Emotionen jetzt erst mal sacken lassen muss.

VfB Bottrop: Frenzel, Pieritz, Solh, Steinmetz, Stanczyk (90. Wunder), Berbero, Senyüz, Harm, Pöschl (68. Fojcik), K. Kanoglu, S. Kanoglu. 

Tore: 0:1 S. Kanoglu (Harm/3.), 0:2 K. Kanoglu (32.), 1:2 (44.), 2:2 (79.)

Besondere Vorkommnisse: gelbrote Karte Steinmetz (24./wiederholtes Foulspiel), gelbrote Karte SV Fortuna (87./wiederholtes Foulspiel), rote Karte Solh (87./Tätlichkeit), gelbrote Karte Wojwod (88.). 

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