VfB müht sich beim Schlusslicht

Der VfB Bottrop hat seine Pflichtaufgabe beim Ligaschlusslicht BW Oberhausen gemeistert, dabei seinem Coach Patrick Wojwod aber einige graue Haare beschert. Besonders die Defensive hat dem VfB-Trainer an diesem Nachmittag gar nicht gefallen. Trotzdem wurde es ein deutliches 9:3 (3:2). 

BW Oberhausen - VfB Bottrop 3:9 (2:3).

Samet Kanoglu traf vierfach.
Samet Kanoglu traf vierfach.

Der VfB Bottrop hat die Tabellenführung verteidigt und einen Pflichtsieg gegen das Ligaschlusslicht Blau-Weiß Oberhausen eingefahren. Viel Grund zur Zufriedenheit hatte Coach Patrick Wojwod aber nicht. „Ganz ehrlich, ich hätte mir einen etwas ruhigeren Nachmittag gewünscht. So hatte ich ein Dejavue und hatte kurzzeitig befürchtet wieder Punkte in Blau-Weiß liegen zu lassen. Am Ende wurde es dann deutlich, doch der Weg dahin war steinig“, resümierte Wojwod, der besonders mit der Defensive alles andere als einverstanden war. „Keiner in der Viererkette hatte heute Normalform, auch der Keeper nicht. Völlig unerklärlich warum wir nach einer 2:0-Führung anfangen zu schwimmen und mit individuellen Fehlern den Gegner einladen wieder am Spiel teilzunehmen“, schimpfte der Übungsleiter. Nach 25 Minuten führte der VfB mit 2:0, hätte da aber schon deutlich höher führen können. „In der Anfangsphase lassen wir einfach zu viel liegen“, ärgerte sich Wojwod, der bei allem aber ein Kompliment parat hatte: „Der Keeper der Blau-Weißen hat heute einfach sensationell gut gehalten. Bei manchen Paraden hat sogar unsere ganze Bank geklatscht.“ Noch ein weiterer Oberhausener machte auf sich aufmerksam. Baris Karacali hielt alleine die ganze VfB-Abwehr für eine Stunde auf Trab. Als die Angebote dann kamen war er zur Stelle. Nach Fehlern von Senyüz und Wunder markierte er kurz vor der Halbzeit zwei Treffer zum Ausgleich. Mit dem Pausenpfiff stellte Samet Kanoglu aber wieder auf 3:2 für den Favoriten. 

Zweimal sicher vom Punkt: Kudret Kanoglu.
Zweimal sicher vom Punkt: Kudret Kanoglu.

Wer jetzt dachte, der VfB würde jetzt Ruhe ins Spiel bekommen, sah sich weiter getäuscht. "Jeder weiß, dass der Platz an der Tulpenstraße schwer zu bespielen ist, vor allem bei Regen. Und wir agieren weiter mit Kurzpassspiel und wollen Fußball spielen. Das war an diesem Tag aber nicht der Schlüssel", so Wojwod, der Abwehrhüne Chris Pieritz, der bei der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam, schmerzlich vermisste. Jedenfalls kam der Gastgeber wieder zurück ins Spiel, Ömer Ceylan traf zum Ausgleich nach rund einer Stunde. Im Gegenzug wieder die erneute Führung und wahrscheinlich der Knackpunkt der Partie. Ein Blau-Weißer rettete mit der Hand auf der Linie, folglich entschied der Schiedsrichter auf Strafstoß und Platzverweis. Kudret Kanoglu mit seinem zweiten Elfmeter traf zur Führung. Wojwod stellte um und der VfB war fortan stabiler unterwegs. Fojcik kam für Istek ins Spiel, dafür rückte Steinmetz in die Verteidigerposition. Die Messe war nun gelesen, der VfB kam zu weiteren Treffern und schraubte bis zum Schlusspfiff gegen zehn Mann das Ergbenis auf 9:3 hoch. "Die Punkte sind im Sack und mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen", so Wojwod abschließend. Sein Gegenüber Marko Schmidt sah das ein bißchen anders. "Ich halte mich ja oft zurück gegenüber Schiedsrichtern, aber ich glaube mit einem anderen Schiri hätten wir sogar was holen können. Das es am Ende so deutlich wird, ist der individuellen Klasse des VfB zu Schulden. Unsere Lesitung war aber mehr als stark und darauf gilt es aufzubauen", so der Trainer der Blau-Weißen. Für die Elf von Wojwod geht es am kommenden Samstag im Niederrheinpokal gegen den Oberligisten SC Velbert weiter.

VfB Bottrop: Frenzel, Harm, Nawzad (75. Heinz), Steinmetz, Stanczyk (76. Figielek), Wunder (70. Dyballa), K.Kanoglu, S.Kanoglu, Senyüz, Berbero, Istek (65. Fojcik).

Tore: 0:1, 3:4, 3:5 K.Kanoglu (23./63./69.), 0:2, 2:3, 3:6, 3:7 S.Kanoglu (24./45./70./82.), 1:2, 2:2 Karacali (32./43.), 3:3 Ceylan (60.), 3:8 Fojcik (87.), 3:9 Dyballa (90.).

Besondere Vorkommnisse: Rote Karte Blau-Weiß (62.)