VfB mit Zähler in der Nachspielzeit

Der VfB Bottrop erhaschte sich im Derby gegen den SV Rhenania einen Zähler in der Nachspielzeit und konnte so eine Niederlage gegen den SV Rhenania gerade noch abwenden. Nachdem man kurz vor Schluss noch wie der sichere Verlierer aussah, sorgten Okan Solak und Devin Müller mit ihren späten Toren noch für den 3:3 (0:1)-Ausgleich. Der VfB zeigte keine fußballerische Offenbarung, dafür aber eine tolle Moral. 

SV Rhenania Bottrop - VfB Bottrop 3:3 (0:1).

Marcel Brenne traf zur 1:0-Führung.
Marcel Brenne traf zur 1:0-Führung.

Es war kein hochklassiges Bezirksligaspiel im Blankenfeld am Samstagnachmittag, aber eines was fast alles zu bieten hatte. Am Ende standen sechs Tore zu Buche, ungenutzte Chancen und viele Emotionen. Der gefühlte Sieger war schließlich der VfB Bottrop, weil er in der vierten Minute der Nachspielzeit durch Devin Müller den Ausgleich erzielte und so quasi mit dem Schlusspfiff noch einen Punkt entführte. Trainer Patrick Wojwod freute sich über eine tolle Moral seiner Mannschaft und am Ende auch über den einen Punkt. „Wir sind personell auf dem Zahnfleisch gegangen, hätte mir unter diesen Bedingungen vor dem Spiel jemand ein 3:3 angeboten, ich hätte es wahrscheinlich angenommen“, so der VfB-Übungsleiter. Ganz anders die Stimmung bei den Rhenanen, die vor allem im zweiten Abschnitt das Geschehen im Griff hatten. Da herrschte Enttäuschung vor, Enttäuschung über die eigene Fahrlässigkeit und Enttäuschung über die ein oder andere Entscheidung des Schiedsrichters. Und da muss man auch aus VfB-Sicht zugeben, dass zwei ganz entscheidende Pfiffe an diesem Nachmittag pro VfB ausgegangen sind. Nach vermeintlichen Foulspiel an Kudret Kanoglu gab es einen schmeichelhaften Elfmeterpfiff, den Okan Solak im Nachschuss zum 2:3 verwertete. In der Schlussminute foulte der vorbelastete Devin Müller Rhenanias Thilo Grollmann. Der Schiedsrichter pfiff zwar das Foul, verzichtete aber auf den Platzverweis. Und eben jener Devin Müller markierte wenig später den Ausgleich. 

Joel Frenzel hielt zeitweise überragen, leistete sich beim 1:3 aber einen folgenschweren Patzer.
Joel Frenzel hielt zeitweise überragen, leistete sich beim 1:3 aber einen folgenschweren Patzer.

Aber nun von Beginn an. Vor rund 1000 Zuschauern im Blankenfeld gab es von beiden Seiten erst einmal einen eher verhaltenen Beginn. Nach rund einer Viertelstunde tauchte Rhenanen-Stürmer Emre Kilic vor VfB-Keeper Joel Frenzel das erste Mal auf, Schoß aber rechts neben das Tor. Keine zwei Minuten später fasste sich Rückkehrer Marcel Brenne ein Herz und traf aus rund 16 Metern zur 1:0-Führung für den VfB. Die Führung sollte bis zur Halbzeit Bestand haben, weil der SV Rhenania zwar mehr Ballkontakte hatte, aber erst kurz vor der Pause richtig auf den Ausgleich drängte. Da wäre der Ausgleich fast durch ein Eigentor von Danny Steinmetz gefallen, danach rettete Joeö Frenzel riesig gegen Hendrik Laakmann aus fünf Metern. Zuvor hätten Marcel Brenne und Damiano Schirru mit Distanzschüssen schon das 2:0 erzielen können. So ging es mit einer knappen VfB-Führung in die Pause. Aus der schien der SV Rhenania besser zu kommen, erst scheiterte Emre Kilic wieder an einer grandiosen Parade von Joel Frenzel, dann sollte schließlich doch der Ausgleich fallen. Eine Freistoßflanke von Gino Pöschl wuchtete Marvin Polak per Kopf aus kurzer Distanz ins Tor. Nun schien das Spiel endgültig zu kippen, spätestens als Emre Kilic das 2:1 und nach einem kapitalen Schnitzer von Joel Frenzel Gino Pöschl das 3:1 erzielten, sah es düster aus im VfB-Lager. Doch mit einem Platzregen fand der VfB seinen Glauben zurück, angetrieben durch Mittelfeldmotor Kudret Kanoglu fand man am Ende doch noch den Schlüssel zurück ins Spiel. Auch wenn der SV Rhenania kurz nach dem Schlusspfiff den Schuldigen schon ausgemacht hatte. „Wir nehmen den Punkt mit und gut ist. Aufgrund der Personalsituation, den vielen Ausfällen und des Zeitpunktes der Treffer, können wir mit dem Punkt prima leben“, so ein geschaffter Trainer Patrick Wojwod. Und auch Kapitän Dennis Harm atmete durch: „So ein Spiel brauche ich nicht jede Woche.“

VfB Bottrop: Frenzel, Wunder (70. Ünal), Drechsler (89. Eren), Müller, Steinmetz, Harm, Kanoglu, Schirru, Fojcik, Solak, Brenne (79. Köse). 

Tore: 0:1 Brenne (17./ Steinmetz), 1:1 Polak (50.), 2:1 Kilic (63.), 3:1 Pöschl (68.), 3:2 Solak (85.), 3:3 Müller (90.+4/ Kanoglu).