Ekstase in der Nachspielzeit - Pöschl setzt Schlusspunkt

Was war denn da bitte los? Die Reserve des VfB Bottrop erlebte eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Als man schon eine 2:0-Führung verspielte, hatte man mit der letzten Aktion des Spiels in Unterzahl dann doch noch was zu Jubeln. Gino Pöschl verwandelte in der 94. Minute einen Freistoß zum 3:2 (2:1)-Erfolg über Post SV Oberhausen, der Jubel kannte keine Grenzen. Doch vorher war schon reichlich passiert. 

VfB Bottrop II - Post SV Oberhausen 3:2 (2:1).

Gino Pöschl hatte mit seinem Freistoß das letzte Wort.
Gino Pöschl hatte mit seinem Freistoß das letzte Wort.

Das müssen die Verantwortlichen der VfB-Reserve erst einmal sacken lassen. Der VfB zeigte keine sonderlich gute Leistung, schien aber dennoch alles im Griff zu haben. Viel Unruhe brachte der junge Schiedsrichter in die Partie, der keine klare Linie hatte und willkürlich mit Karten um sich geschmissen hat. So wäre eine Szene fast auch die Schlüsselszene des Spiels geworden, als Beim Stande von 2:1 Adrian Marcinkowski mehr als deutlich im Strafraum von den Beinen geholt wurde, der Schiedsrichter aber zum Erstaunen aller auf kein Foulspiel entschied. Marcinkowski echauffierte sich so sehr, dass er die rote Karte bekam und der VfB fortan zu Zehnt weiterspielen musste. Dies ist aber noch nicht genug, denn auch VfB-Trainer Daniele Lepori reagierte dem Schiedsrichter gegenüber so verärgert, dass er den roten Karton zu sehen bekam. „Mit Sicherheit haben wir nach der Entscheidung nicht die richtigen Worte gefunden. Aber es hat sich das ganze Spiel schon aufgestaut. Diese krasse Fehlentscheidung, die das ganze Spiel kippen lässt war nur der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Es war das ganze Spiel keine Linie zu erkennen und auf beiden Seiten wurden willkürlich Karten verteilt“, ärgerte sich Lepori, „das wir das Spiel am Ende dennoch in Unterzahl gewinnen spricht für die Moral und den Charakter der Mannschaft und verdanken wir einem Geniestreich von Gino. Post muss man hoch anrechnen, dass sie niemals aufgegeben haben und dafür fast noch belohnt wurden“.

Patrick Drechsler traf doppelt per Kopf.
Patrick Drechsler traf doppelt per Kopf.

Aber nun der Reihe nach. Im Vergleich zur Vorwoche rückten Pöschl, Straßek, Meißner, Zander und Benninghoff in die Startelf. Pöschl war es dann auch der nach wenigen Sekunden einen Schlag mitbekam, so dass der VfB fünf Minuten in Unterzahl agieren musste, weil Pöschl benommen behandelt werden musste. Kaum war er wieder da, fiel auch schon die Führung für die Hausherren. Pöschls Ecke fand Patrick Drechsler, der am zweiten Pfosten einnicken konnte. Der VfB hatte mehr Spielanteile, Post hielt mit harten Zweikämpfen dagegen und kam immer mal wieder gefällig vor das Tor des VfB. Das 2:0 fiel aber wieder für den VfB, exakt eine Kopie des 1:0, wieder war nach Ecke von Pöschl Patrick Drechsler zur Stelle. Diese Führung währte nicht lange. Eine Minute nach dem 2:0 bekam Drechsler den Ball an die Hand, den fälligen Handelfmeter verwandelte Post-Stürmer Marvin Lettau sicher. So ging es in die Pause. Post wollte, konnte aber nicht richtig und der VfB tat viel zu wenig fürs Spiel. Als sich die Lepori-Elf dann prima durchkombiniert hatte bekam Adrian Marcinkowski den überfälligen Elfmeter nicht und die Geschichte nahm seinem Lauf. Zander vergab kurz danach freistehend das 3:1, ansonsten ging in Unterzahl nur noch wenig nach vorne. „Wir haben aber auch mit zehn Mann eigentlich nichts zugelassen, laden dann Post aber zum Ausgleich ein“, ärgerte sich Martin Renneberg, der fortan die Kommandos an der Linie gab. Marvin Lettau ließ sich nicht bitten und erzielte den Ausgleich. Was folgte war ein Spiel auf Messers Schneide. Erst scheiterte Maurice Riesner mit einem tollen Kopfball, dann kam die 94. Minute. Der Schiedsrichter kündigte die letzte Aktion des Spiels an, Gino Pöschl trat zum Freistoß, der Rest war dann pure Ekstase. Der Schiedsrichter pfiff das Spiel sofort ab. „Dieses Spiel war eine wahre Achterbahnfahrt, wir freuen uns über die drei Punkte, aber die rote Karte für Adrian schmerzt“, so Lepori, der nun vier Pflichtspiele auf Marcinkowski verzichten muss. Mit dem Sieg belegt die VfB-Reserve als Aufsteiger nach fünf Spielen den zweiten Platz. 

 

VfB Bottrop II: Kaczmarek, Benninghoff, Drechsler, Banko, Meißner, Straßek (78. Bakalorz), Röhring (69. Riesner), Marcinkowski, Pöschl, S.Ingler (78. Koczy), Zander (67. Kukuczka).

Tore: 1:0 Drechsler (8./Pöschl), 2:0 Drechsler (34. Pöschl), 2:1 (HE/35.), 2:2 (84.), 3:2 Pöschl (90.+4).

Besondere Vorkommnisse: Rote Karte Marcinkowski (64./VfB), Rote Karte Lepori (64./VfB).