Friedrichsfeld düpiert den VfB Bottrop

Der VfB Bottrop hat im Kampf um den Aufstieg einen herben Dämpfer erlitten. Gegen 08/29 Friedrichsfeld setzte es binnen der letzten zehn Minuten eine 0:4-Klatsche, unsere zweite Mannschaft bleibt nach dem 1:1 gegen Lirich zuhause ungeschlagen.

VfB Bottrop – 08/29 Friedrichsfeld 0:4 (0:0)

(Bezirksliga, 8.Spieltag)

 

Es war 16.46 Uhr, das Jahnstadion stand unter Schock – was war passiert? Soeben hatte der komplett aufgerückte VfB den nächsten schlampigen Ballverlust herbeigesteuert und ein langer Ball und eine Hereingabe später traf der Gäste-Stürmer zum 0:1. Viele fragten sich berechtigt, warum kein Abseitspfiff des Unparteiischen ertönte, viel wichtiger jedoch war die Erkenntnis: Ballbesitz schießt keine Tore.

 

Denn nun einmal von Anfang an. Der VfB, heute überraschend in den roten Trikots, war die Mannschaft, die bei einem schwachen Bezirksligaspiel als engagierter und spielbestimmender agierte. Der Ball wurde ohne ernstzunehmenden Raumgewinn hin und her geschoben, doch sobald es in die Nähe des Friedrichsfelder Strafraums ging, gesellten sich Ungenauigkeiten und fehlendes Tempo ins Spiel unserer Elf. Devin Müllers Schuss parierte der Torwart (14.´), seinen Kopfball hielt er sogar fest (37.´). Zwischendurch vergab Emrullah Bayhoca die größten Chance der Partie, als er nach zwei Haken abzog und der Gäste-Schlussmann den Ball an die Latte lenkte (20.´). Und dann war schon Pause, die Null stand auf beiden Seiten, für den VfB zu wenig, Friedrichsfeld war sowieso nur angereist, um einen Lehrgang in kompaktem Verteidigen und einfachem Kontern zu belegen.

 

Nach dem Seitenwechsel begann der VfB, druckvoller auf das erste Tor zu spielen, allen voran Bayhoca und Müller versuchten sich diesbezüglich – vergebens. Nach einer Hereingabe von Kevin Dämmer kam Cem Sakiz am rechten Fünfmeterrand eingelaufen, doch auch sein Abschluss wurde auf der Linie geklärt (67.´). Eine Viertelstunde vor Schluss konterten die Gäste und gelangen zum ersten Mal gefährlich in den Strafraum ein, Marco Rinski hielt die Schotten dicht. Dann ereignete sich jene oben angesprochene 80.Minute, die einen Rückschlag im Spiel der Schwarz-Weißen bedeutete. Friedrichsfeld kopierte nun die Methodik des ersten Tores, 82.Minute, langer Ball, schlecht verteidigt – 0:2. Der bemitleidenswerte weil machtlose Marco Rinski im VfB-Tor hatte aber noch nicht Feierabend. Vierter Konter, drittes Tor, einfach und schnörkellos zeigten die Gäste Konter aus dem Lehrbuch, die der VfB natürlich ermöglichte und aufgrund einer erneut nicht geahndeten Abseitsposition ihre Geltung fanden (84.´). In der Schlussminute wurde das Debakel perfekt, 0:4 war der bittere Schlusspunkt einer äußerst denkwürdigen Partie.

Mevlüt Ata war enttäuscht. "Wenn du hier nicht gewinnen kannst, wozu wir uns einige Möglichkeiten erspielt hatten, denn es war 80 Minuten ein Spiel auf ein Tor, dann darfst du hinten nicht so offen stehen und vier Stück kriegen, sondern dann musst du wenigstens den Punkt mitnehmen." Vier Gegentreffer in zehn Minuten im eigenen Stadion, das hat es schon lange nicht mehr gegeben.

VfB Bottrop II – Arminia Lirich 1:1 (0:1)

(Kreisliga A, 6.Spieltag)

 

Unsere zweite Mannschaft bleibt zuhause weiter ungeschlagen, auch im saisonübergreifend 15.Spiel in Folge konnte das Team von Michael Buhlmann nicht besiegt werden. Das 1:1 war verdient, gerecht und für beide eigentlich nicht so ganz zufriedenstellend. Denn der VfB Bottrop war über weite Strecken die bessere, zumeist auch gefährlichere Mannschaft in einem mittelmäßigen Kreisligaspiel. Die Anfangsphase hatte es in sich, nach fünf Minuten entschied der Unparteiische auf Strafstoß für die Gäste, deren Stürmer Ulrich unten rechts einschob – 0:1. Es war der früheste Rückstand für den VfB seit über einem Jahr. Doch unsere Mannen suchten die sofortige Antwort, Tobias Wolff fasste sich aus 24 Metern ein Herz und donnerte das Leder an den Querbalken (9.´). Eine gute Viertelstunde später folgte der nächste Aufreger, Hendrik Schloßarek wurde steil an den linken Strafraumrand geschickt, legte sich den Ball am herausgeeilten Liricher Keeper vorbei und kam dann zu Fall. Nun forderten viele der rund 100 Zuschauer einen Elfmeter, wie es ihn zuvor auf der anderen Seite auch gab, aber die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. So musste es der VfB aus dem Spiel heraus schaffen, den Ausgleich zu erzielen, gegen kompakt stehende Liricher, die ein ordentliches Auswärtsspiel absolvierten und nach der frühen Führung offensiv eigentlich nur noch an vereinzelten Kontern interessiert waren, tat sich unsere Elf jedoch schwer. Wieder Schloßarek gegen Jochmann im Liricher Tor, erneut scheiterte unser linker Flügelflitzer (25.´).

 

Auch nach der Pause änderte sich im Spielverlauf wenig, der VfB ließ die Kugel ohne nennenswerten Raumgewinn laufen, Chancen blieben Mangelware. An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir Liricher Offensivbemühungen keineswegs bagatellisieren wollen, doch die beiden Konter verfehlten jeweils um einen Meter ihr Ziel (47.´/56.´). Dann kam der VfB! Der eingewechselte Marcel Dibowski schoss den Freistoß über den Kasten, einen Schuss nach Doppelpass mit Schloßarek lenkte der Keeper aufs Tordach (71.´). 79.Minute, endlich fiel der lang ersehnte Ausgleich, Dibowskis Schuss aus der zweiten Reihe ließ Lirichs Torhüter nach vorne abklatschen, Ilyas Caliskan staubte zum 1:1 ab. Trainer Michael Buhlmann war nach dem Spiel zufrieden. "Wir sind das ganze Spiel diesem unnötigen Rückstand hinterhergelaufen. Ich denke aber, dass das 1:1 auf jeden Fall in Ordnung geht. Jetzt warten schwere Wochen auf uns, da müssen wir schauen, dass wir irgendwie was mitnehmen können." So bleibt am Ende ein 1:1 und das Bestehen der Heimserie von 15 ungeschlagenen Spielen.

 

Unsere dritte Mannschaft konnte nach drei Niederlagen zum Auftakt am Sonntag den dritten Sieg in Folge einfahren. Das Team von Trainer Jörn Watterodt gewann auswärts beim SC 1920 Oberhausen II überzeugend mit 3:1. Damit steht der VfB erstmals in der oberen Tabellenhälfte und konnte seinen Gegner mit nun neun gesammelten Punkten überholen.

 

Glück Auf

Tristan Berghoff

 

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